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HEIMLICHE FÜTTERUNG

Tiernahrung wird mit 310 Millionen Euro subventioniert

Auch die größten Liebhaber von Pfoten, Flossen und Flügeln werden es schwerlich rechtfertigen, dass ihr Tierfutter mit nur 7 Prozent Mehrwertsteuer belegt ist, während für Babynahrung die vollen 19 Prozent fällig werden. Bedauerlicherweise hat die Bundesregierung jetzt die Reform der Mehrwertsteuer auf unbestimmte Zeit verschoben. Damit bleiben nicht nur Hotelübernachtungen und der Kauf von Rennpferden subventioniert, sondern auch die „Begünstigung für Heimtierfutter“, wie es offiziell heißt.

Seit 1968 erhielt die Landwirtschaft die ermäßigten Sätze für ihre Produkte. Dazu gehörten summarisch auch die „übrigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse.“ Seither wird Tierfutter aus pflanzlichen oder tierischen Abfällen ermäßigt besteuert. Dazu zählen nach dem Zolltarif auch Heimtierfutter wie etwa Dosennahrung für Hund und Katzen, Kuchen und Kauspielzeug für Hunde und andere Tiere oder Futter für Ziervögel und Zierfische – wer es genau wissen will: nach §12 Absatz 2 Nummer 1 UStG i. V. m. Nummer 37 der Anlage 2 und Position 2309 des Zolltarifs, wie die Bundestagsdrucksache 17/2290 (neu) penibel aufführt.

Heimtier-Fertignahrung wird nahezu ausschließlich industriell hergestellt, ist also eigentlich nicht mehr als Agrarerzeugnis zu betrachten. Im Jahr 2008 wurden in Deutschland damit über 2,6 Milliarden Euro umgesetzt. Die Steuermindereinnahmen, haben die Beamten ausgerechnet, betragen demnach über 310 Millionen Euro.